Lexikon
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Kündigungsmöglichkeiten

Voll- und Teilamortisations-Leasing-Verträge sind während der fest vereinbarten Grund-Leasing-Zeit nicht kündbar. Hiervon ausgenommen ist die Kündigung aus wichtigem Grund durch den Leasing-Geber, z.B. wenn der Leasing-Nehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt (vgl. § 554 BGB) oder sonstige Umstände eintreten, die nach angemessener Prüfung durch den Leasing-Geber die ordnungsgemäße Erfüllung des Leasing-Vertrages durch den Leasing-Nehmer gefährdet erscheinen lassen.Es werden jedoch "kündbare Leasing-Verträge", die auf der Grundlage einer kalkulatorisch angenommenen Laufzeit strukturiert sind und erstmals nach Ablauf von 40% der amtlichen linearen AfA-Zeit gekündigt werden können, angeboten. Da der Leasing-Geber das Investitionsrisiko in den meisten Fällen in gewissem Umfang auf den Leasing-Nehmer verlagert, kann er bei Kündigung eine Abstandszahlung, sofern dies vereinbart wurde, verlangen. Die Höhe entspricht dem Barwert der abgezinsten restlichen Leasing-Raten der kalkulatorischen Laufzeit (Vollamortisations-Anspruch). Diese Abstandszahlung vermindert sich um einen Teil des Verwertungserlöses für das Leasing-Objekt. Kündbare Leasing- bzw. Mietverträge werden überwiegend angeboten, wenn von den durch die amtlichen AfA-Zeiten vorgegebenen Leasing-Laufzeiten abgewichen werden soll. Diese Vertragsart wird bevorzugt bei Wirtschaftsgütern, die einer raschen technischen und wirtschaftlichen Überalterung unterliegen, z.B. EDV-Anlagen und Büromaschinen verwendet. Er kommt allerdings auch dann zum Einsatz, wenn der Leasing-Nehmer Vertragslaufzeiten in Höhe der betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer oder länger wünscht. Der Leasing-Nehmer kann durch sein Kündigungsrecht technologische Anpassungen und Innovationen besser wahrnehmen.Siehe auch Vollamortisation.